Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen bittet darum, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses zu setzen und zur Abstimmung zu bringen:
Antrag: Einrichtung eines offiziellen WhatsApp-Kanals der Stadt Kamp-Lintfort zur Bürger:Innen-Information
Beschlussentwurf:
1. Die Verwaltung wird beauftragt, einen offiziellen WhatsApp-Kanal der Stadt Kamp-Lintfort einzurichten und zu betreiben.
2. Über diesen Kanal sollen Bürgerinnen und Bürger aktiv, zeitnah und niederschwellig über wichtige Ereignisse, Baustellen, Veranstaltungen, stattfindende Ausschuss- und Ratssitzungen sowie Ratsbeschlüsse und Akutsituationen (z. B. Unwetterwarnungen) informiert werden.
Die dafür notwendigen personellen und sachlichen Ressourcen werden im Haushalt bereitgestellt.
Begründung:
Eine moderne Kommunalverwaltung muss dort präsent sein, wo die Bürger:innen ihren Alltag organisieren. WhatsApp ist mit Abstand der meistgenutzte Messenger-Dienst in Deutschland und erreicht alle Altersgruppen – von Jugendlichen bis zu Senior:innen.
Die Einführung eines WhatsApp-Kanals bietet entscheidende Vorteile gegenüber klassischen Medien und bestehenden Social-Media-Plattformen:
• Höchste Reichweite & Niederschwelligkeit: Bürger:innen müssen keine separate App herunterladen oder Webseiten aktiv besuchen. Die Informationen landen direkt auf dem Smartphone.
• Datenschutzkonformität: WhatsApp-Kanäle sind anonym. Abonnent:innen können weder die Telefonnummern noch die Namen anderer Abonnent:innen sehen. Auch die Verwaltung sieht die Daten der Abonnenten:innen nicht. Es handelt sich um eine reine Einweg-Kommunikation (Push-Nachrichten), bei der keine Chat-Moderation oder datenschutzkritische Interaktion nötig ist. Es kann lediglich über Emojis eine Rückantwort gegeben werden. Zahlreiche Bundesministerien, Landesregierungen und auch Nachbarkommunen betreiben bereits erfolgreich und rechtssicher eigene WhatsApp-Kanäle.
• Krisenkommunikation in Echtzeit: Bei Extremwetter, Schulausfällen, Bombenfunden oder großen Verkehrsbehinderungen können wichtige Warnungen in Sekundenschnelle und mit hoher Sichtbarkeit verbreitet werden. Dies hat zum Beispiel beim letzten Bombenfund am Bethanien-Krankenhaus in Moers gut funktioniert. Die Verwaltung der Stadt Moers hat, neben der Aktivität auf z.B. Instagram oder Facebook, auch über ihren WhatsApp-Kanal kommuniziert und über 5000 Abonnent:innen erreicht.
• Entlastung der Verwaltung: Durch die gezielte Streuung von Informationen (z. B. Erinnerungen an Abfuhrtermine, geänderte Öffnungszeiten im Rathaus, Information zu anstehenden wichtigen Entscheidungen im Stadtrat) können Rückfragen im Bürgerbüro reduziert werden und die Transparenz kommunaler Entscheidungen erhöht werden.
Kosteneinschätzung und Ressourcen:
• Einrichtung und Software: Die Erstellung eines einfachen WhatsApp-Kanals ist über die reguläre App/Weboberfläche kostenlos. Sollte die Verwaltung aus Gründen der Professionalisierung oder DSGVO-Absicherung eine Steuerung über bestehende Social-Media-Management-Tools (z. B. Hootsuite, Facelift) oder spezialisierte Behörden-Dienstleister bevorzugen, können geringe monatliche Software-Gebühren (schätzungsweise 50 bis 150 Euro) anfallen.
• Personeller Aufwand: Da es sich um ein reines Einweg-Medium handelt, entfällt das zeitaufwändige Beantworten von Kommentaren oder Nachrichten. Die Pflege des Kanals kann im Rahmen der bestehenden Pressestelle / Öffentlichkeitsarbeit wahrscheinlich mit geringem täglichem Zeitaufwand (ca. 10–15 Minuten pro Beitrag) mitbetreut werden.
Mit der Einführung eines WhatsApp-Kanals zeigt sich Kamp-Lintfort als digitale, transparente und bürgernahe Kommune.